Pressemitteilung – Hahnebergstraße 6

Ein neues Zuhause für Dresdens freie Kreativszene: Kulturwerkstatt MS16 sichert sich Ersatzstandort in der Hahnebergstraße

150 Musiker:innen, Handwerker:innen und weitere Kreativschaffende verlieren ihr langjähriges Domizil in der Meschwitzstraße 16a wegen Baufälligkeit. Die Hausgemeinschaft hat gemeinsam mit dem KulturKollektiv Dresden e.V. und der Zentralwerk Kultur- und Wohngenossenschaft eG die städtische Ausschreibung um das Gebäude Hahnebergstraße 6 gewonnen. Dort soll eine neue, bezahlbare Heimat für die Dresdner Kreativszene
entstehen.

Die Kulturwerkstatt MS16 in der Meschwitzstraße 16a war über Jahre einer der wichtigsten Anlaufpunkte für Dresdens freie Musik- und Kunstszene. Täglich waren dort etwa 150 Kreativschaffende in Ateliers, Proberäumen und Werkstätten tätig. Im Gebäude arbeiteten unter anderem Bands, die regelmäßig in Dresden, deutschlandweit und teils international auf der Bühne stehen und stetig an neuen Songs und Alben arbeiten. Doch nun veräußert die Stadt das Gebäude wegen Baufälligkeit. Für die Nutzer:innen bedeutete das zunächst die
Aussicht auf den Verlust ihrer Räume.


Vom Verlust zur Lösung
Mit dem Gebäude Hahnebergstraße 6 haben die Hausgemeinschaft der Kulturwerkstatt MS16, das KulturKollektiv Dresden e.V. und die Zentralwerk Kultur- und Wohngenossenschaft eG nun einen Ersatzstandort gefunden. Mehrere Monate Arbeit flossen in ein detailliertes Nutzungs-, Sanierungs- und Finanzierungskonzept, das die
Initiative der Stadtverwaltung vorgelegt hat. In der Ausschreibung zur Vergabe der Erbpacht setzte sich das Bündnis durch, nachdem ein Mitbewerber sein Interesse zurückgezogen hatte.

Geplant sind rund 25 Proberäume für die freie Musikszene sowie Werkstätten für Tischlerei, Bildhauerei, Keramik und weiteres Kunsthandwerk. Die Räume sollen den bisherigen Nutzer:innen der Kulturwerkstatt MS16 eine niedrigschwellige und kostengünstige Alternative bieten, damit möglichst viele Bands und Kreativschaffende ihre Arbeit ohne Unterbrechung fortsetzen können. Mit knapp über 1000 m² Nutzfläche bietet die Hahnebergstraße 6 ähnlich viel Platz wie die Meschwitzstraße 16a.

Ein Gewinn für Dresden
Geeignete Räumlichkeiten für Kultur- und Kreativschaffende sind in Dresden knapp. Vor allem die Bezahlbarkeit ist ein Problem. Vergleichbare Projekte scheitern häufig an der angespannten städtischen Haushaltslage – zuletzt etwa der Versuch, die ehemalige Staatsoperette in Leuben für die freie Szene zu ertüchtigen. Vor diesem Hinter-grund ist der Zuschlag für die Hahnebergstraße ein seltener Erfolg. Die Initiator:innen sehen darin auch ein Signal gegen das schleichende Clubsterben in Dresden: Fehlen Proberäume, wandern Bands ab oder lösen sich auf und Neugründungen werden seltener. Die derzeit genutzten Räume sind oft mit bis zu fünf Bands und Projekten gleichzeitig belegt, die sie zugleich als Proberaum, Studio und Lager nutzen müssen.


Nächste Schritte
Nach einer ersten Lesung im Bauausschuss muss der Antrag zum Verkauf der Meschwitzstraße 16a und zur Vergabe des Erbbaurechts für die Hahnebergstraße 6 an die Zentralwerk Kultur- und Wohngenossenschaft eG vom Stadtrat bewilligt werden. Sobald diese Hürde genommen ist, kann frühestmöglich Anfang 2027 mit den Sanierungsarbeiten begonnen werden. In erster Linie sind die Optimierung der Raumstruktur, sowie Verbess-erungen von Brand- und Lärmschutz geplant. Nach einer Anschubfinanzierung durch ein Crowdfunding soll das Projekt langfristig eigenwirtschaftlich arbeiten. Da Crowdfunding läuft noch bis Ende 2026 auf der Plattform „gofundme“. – Link zum Crowdfunding: https://gofund.me/b1b2c974f

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